Spinalonga ist eine kleine befestigte Insel im Golf von Elounda vor der Nordostküste Kretas in der Region Lasithi – und nur wenige Orte bergen so viel Geschichte auf so kleinem Raum. In der Antike als Kalydon bekannt, bewacht der Felsen den Eingang zur geschützten Bucht von Elounda, und seine natürliche Stärke machte ihn schon lange vor seiner heutigen Gestalt zu einer Festung. 1579 errichteten die Venezianer, die damals über Kreta herrschten, hier eine gewaltige Seefestung und umhüllten die Insel mit massiven Bastionsmauern, die dazu bestimmt waren, die Zugänge zur Küste zu kontrollieren und dem osmanischen Vormarsch standzuhalten. So stark waren die Verteidigungsanlagen, dass Spinalonga jahrzehntelang in venezianischer Hand blieb, nachdem der Rest Kretas bereits gefallen war, und sich erst 1715 ergab.
Unter osmanischer Herrschaft wurde die Festung zu einer Siedlung, und im 18. und 19. Jahrhundert lebte eine muslimische Gemeinschaft innerhalb der Mauern, die die Häuser und Gassen erbaute, deren Überreste noch heute den Hang hinaufziehen. Doch es ist das 20. Jahrhundert, das Spinalonga seine kraftvollste und bewegendste Geschichte verleiht. Von 1903 bis 1957 diente die Insel als Lepra-Quarantänestation – Griechenlands letzte Leprakolonie –, in die Menschen mit der Diagnose Hansen-Krankheit aus ganz Kreta und später aus dem gesamten Land geschickt wurden. Durch das Wasser abgeschnitten, bauten die Bewohner hinter den alten Mauern eine eigene Gemeinschaft auf, mit einer Hauptstraße, Geschäften, einer Kirche und einem Krankenhaus, und verbrachten ihre Tage auf der Insel, bis ein Heilmittel die Kolonie überflüssig machte und sie schließlich geschlossen wurde.
Diese vielschichtige Vergangenheit – venezianische Festung, osmanisches Dorf und die würdevolle, selbsttragende Gemeinschaft der Quarantänejahre – erreichte durch Victoria Hislops Bestseller-Roman „The Island“ und die darauf basierende Fernsehserie ein breites internationales Publikum, das neue Generationen von Besuchern auf den Felsen zog. Heute ist Spinalonga ein unbewohntes Denkmal, das nur per Boot von Plaka, Elounda oder Agios Nikolaos erreichbar ist. Besucher betreten die Insel durch den gewölbten Tunnel, der seit langem als „Dantes Tor“ bekannt ist, und folgen dann einem Rundweg vorbei an den Gebäuden der Kolonie und entlang der Festungsmauern, mit Panoramablick über die Ägäis an jeder Ecke. Da die Insel klein, exponiert und in der Saison stark besucht ist, übernehmen wir die Ticketbuchung in Ihrer Sprache und reservieren das gewünschte Zeitfenster, sodass Ihr Eintritt gesichert ist, bevor Sie überhaupt an Bord des Bootes gehen.